Verbrauchertipps

Unsere Verbrauchertipps sollen Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Grundnahrungsmittel geben und Ihnen als Einkaufshilfe für regionale Produkte dienen.

Der jahrhundertelangen Tätigkeit unserer Landwirte verdanken wir die vielseitige und artenreiche Kulturlandschaft auf der Ostalb mit den fruchtbaren Ackerböden, den Wiesen und Weiden, den Streuobstwiesen und Wacholderheiden. Nur wenn diese Landschaften weiter bewirtschaftet und die erzeugten Produkte zu einem angemessenen Preis vermarktet werden, können sie erhalten werden.

Auch Sie können mit Ihrem Einkaufsverhalten über die Zukunft unserer reizvollen Kulturlandschaft auf der Ostalb entscheiden.

Verbrauchertipps für regionale Produkte

Milch und Milchprodukte

Die Deutsche Gesellschaft empfiehlt für eine gesunde Ernährung dreimal täglich Milchprodukte. Ob Milch, Butter, Sahne, Quark, Joghurt oder Käse – das regionale Angebot lässt keine Wünsche offen.

Die artenreichste Kulturlandschaft auf der Ostalb ist Grünland (ca. 45 % der landwirtschaftlich genutzten Fläche). Es verdankt seine Existenz vor allem der jahrhunderte Jahre langen Haltung von Rindern und Schafen. Wer Wert auf den Erhalt unserer Wiesen und Weiden legt, sollte deshalb heimische Milchprodukte kaufen.

Wie können Sie Milchprodukte aus der Region erkennen?

Auf der Verpackung jedes Milchproduktes in der Europäischen Union findet sich das ovale Europäische Identitätszeichen, das Rückschlüsse auf die Herkunft der Milch zulässt. Neben der Angabe des EU-Landes (DE=Deutschland) und des Bundeslandes (BW= Baden-Württemberg, BY=Bayern) finden Sie außerdem die Betriebsnummer der Molkerei. Mithilfe dieser Betriebsnummer sind Milchprodukte aus regionalen Molkereien leicht zu identifizieren.

Die Milchviehhalter des Ostalbkreises liefern ihre Milch hauptsächlich an fünf Molkereien:

  • BW 004 (Milchwerk Crailsheim-Dinkelsbühl)
  • BW 010 (Hohenloher Molkerei Schwäbisch Hall)
  • BW 033 (Campina Heilbronn)
  • BW 056 (Molkerei Schrozberg)
  • BY 77721 (Molkerei Zott Mertingen)

Getränke

Trinken ist lebensnotwendig. Als Faustregel gilt, dass Erwachsene und Jugendliche 1,5 bis 2 Liter am Tag trinken sollen.

Hier erhalten Sie einen Überblick über die regionalen Getränke.

Trinkwasser: Leitungswasser ist das in Deutschland am besten kontrollierte Lebensmittel überhaupt und der ideale Durstlöscher. Sie können es unbesorgt trinken und zum Kochen für Speisen verwenden. Achten Sie darauf, dass Sie als Trinkwasser und für die Zubereitung von Lebensmitteln stets frisches Wasser aus dem Kaltwasserhahn verwenden. Ideal auch, dass Leitungswasser keine Verpackung benötigt und für jedermann preiswert zur Verfügung steht. Wer lieber Mineralwasser trinkt, findet unter http://www.mineralwasser.com/brunnenfinder/baden-wuerttemberg.html einen Anbieter aus einem Nachbarkreis. Wer Getränke in Glas-Pfandflaschen einkauft, sollte darauf achten, dass sie aus ökologischen Gründen möglichst aus der näheren Umgebung kommen.

Saft, Most und Obstbrand: Seit über 150 Jahren prägen Streuobstwiesen die Landschaft der Ostalb. Sie trugen zur Eigenversorgung der Bevölkerung mit Äpfeln, Birnen, Kirschen oder Zwetschgen bei. Während heute im Supermarkt nur 5 bis 10 Apfelsorten angeboten werden, ist die Sortenvielfalt im Streuobstbaum ein Vielfaches höher. Aus Fallobst wurde schon seit altersher Most und Apfelsaft hergestellt. Aus 1,5 kg Äpfeln entsteht 1 Liter Apfelsaft. Heute sind die landschaftsprägenden Streuobstwiesen mit großer Bedeutung für die Artenvielfalt in ihrer Existenz gefährdet. Nur durch eine weitere Bewirtschaftung und Vermarktung von Apfelsaft, Most und Obstbränden wird es gelingen, diese wertvolle Kulturlandschaft zu erhalten. Kaufen Sie deshalb Säfte, Most und Brandweine direkt bei unseren Regionalvermarktern oder in den Mostereien des Ostalbkreises. Oder lassen Sie sich Ihren eigenen Apfelsaft in einer Mosterei pressen und als Wintervorrat in Bag-in-Box abfüllen. Übrigens: Die Kleinbrenner im Ostalbkreis wurden mit ihrem Obstbrand „Der gute Brand von der Ostalb“ schon mehrfach prämiert.

Bier: Nach dem Reinheitsgebot aus dem Jahre 1516 darf Bier nur aus den vier Rohstoffen Malz, Hopfen, Hefe und Wasser gebraut werden. Dabei wird Malz aus den heimischen Getreidearten Gerste, Weizen oder Dinkel gewonnen.

Im Ostalbkreis gibt es 7 traditionsreiche Brauerfamilien mit einem vielseitigen Angebot von zünftigen Bieren. Großen Wert legen die Ostalb-Brauer auf traditionelle Herstellung und kurze Transportwege. Besuchen Sie die Seiten der heimischen Brauereien Aalener Löwenbrauerei, Heubacher Brauerei, Ladenburger Brauerei (Neuler), Lammbräu Untergröningen, Rotochsenbrauerei Ellwangen, Wasseralfinger Brauerei und der Wielands Bierbrauerei (Abtsgmünd) in Zukunft auch im Regionalvermarkterportal.

Kaufen Sie Getränke in Glas-Mehrwegflaschen aus Umweltschutzgründen in der Region. Glaspfandflaschen mit längeren Transportwegen sind wegen des höheren Energieverbrauchs nicht klimafreundlich.

Apfelblüte auf der Streuobstwiese

Getreide

Seit Jahrtausenden bauen die Landwirte auf dem fruchtbaren Ackerland der Ostalb Getreide an. Getreide und Getreideerzeugnisse stellen einen Grundpfeiler menschlicher Ernährung dar. Auch heute noch werden die Brotgetreidearten Weizen, Dinkel und Roggen sowie Braugerste, Futtergerste und Hafer im Ostalbkreis auf etwa 30 % der landwirtschaftlichen Nutzfläche angebaut.

Vollkorngetreideprodukte liefern Kohlenhydrate in Form von Stärke, lebenswichtige Mineralstoffe wie Kalium, Phosphor, Calcium, Eisen und Magnesium sowie vorwiegend Vitamine der B-Gruppe. Von Bedeutung  sind außerdem Ballaststoffe zur Regulierung der Darmtätigkeit und Steigerung des Sättigungsgefühls.

Wie viele Mineralstoffe im Mehl enthalten sind, kann man an der Typenzahl erkennen. Je höher die Typenzahl beim Mehl, desto höher ist der Anteil an mineralstoffreichen Randschichten. Das handelsübliche Weizenmehl Type 405 enthält am wenigsten wertvolle Inhaltsstoffe. Ersetzen können Sie Weizenmehl Type 405 durch das gesündere Weizenmehl Type 550 oder durch Dinkelmehl Type 630. Vollkornmehl – ohne Typenbezeichnung - enthält immer das ganze Korn mit Keimling und somit alle Mineralstoffe und Vitamine.

Auf Verpackungen von Getreideprodukten ist vom Gesetzgeber keine Angabe des Herkunftslandes des Getreides vorgeschrieben. Mühlen geben bei ihren Eigenmarken gelegentlich an, aus welchem Bundesland das Mahlgetreide stammt.

Mehl und Getreideprodukte aus der Region erhalten Sie in den Hofläden und Mühlenläden der Direktvermarkter.

Fragen Sie außerdem bei Ihrem Bäcker nach, ob das Mehl oder die Backmischung für seine Produkte aus regionalem Getreide stammt.

Unser wichtigstes Brotgetreide: Weizen

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Fleisch

Fleisch als Lieferant für biologisch hochwertiges Eiweiß, Vitamine und Mineralstoffe ist gesund und lässt sich vielseitig zubereiten. Für eine ausgewogene Ernährung empfehlen Ernährungsexperten 3 x pro Woche Fleisch zu essen. Wenn Sie zusätzlich etwas für die Umwelt und den Tierschutz tun möchten, sollten Sie qualitativ hochwertiges Schweine-, Rind- oder Lammfleisch aus der Region essen. Kurze Transportwege mit weniger Stress für die Schlachttiere wirken sich positiv auf die Fleischqualität und die CO₂-Bilanz aus. Wer Fleisch zu einem angemessenen Preis von den heimischen bäuerlichen Familienbetrieben bezieht, trägt ganz nebenbei zum Erhalt unserer vielseitigen Landschaft auf der Ostalb bei: Wiesen und Weiden verdanken ihre Existenz der Rinderhaltung, Wacholderheiden der Hüteschäferei und die Futtergrundlage für die Schweinehaltung ist der Getreidebau. Auch der Fleischkonsum trägt somit zum Erhalt unserer Kulturlandschaft bei. Beim Einkauf im Supermarkt kann man sich über die Herkunft eines Fleischstücks am Etikett orientieren. Allerdings beschränken sich die Pflichtangaben: „geboren in …, gemästet in …, geschlachtet in …, zerlegt in …“ auf die Angabe eines EU-Landes. Sobald Fleisch weiterverarbeitet z.B. gewürzt in den Handel kommt, ist keine Kennzeichnung mehr erforderlich.  

Wenn Sie frisches qualitativ hochwertiges Fleisch aus der Region kaufen wollen, haben Sie somit folgende Möglichkeiten:

  • Mehrere Direktvermarkter des Ostalbkreises bieten Rind-, Schweine-, Lammfleisch oder Geflügel aus eigener Schlachtung an. (Siehe: Regionalvermarkter)
  • Die heimischen Metzger bieten häufig Fleisch von Schlachttieren aus der Region an. Hier können Sie direkt nachfragen, woher das Fleisch stammt. Überzeugen Sie den Metzger ihres Vertrauens davon, dass er bevorzugt regionale Fleisch- und Wurstwaren anbietet.
Rindfleisch von der Ostalb

Eier

Eier gehören zu den wertvollsten Lebensmitteln. Sie enthalten Eiweiß, das vom Menschen zu fast 100 % verwertet werden kann. Weitere für die Ernährung wichtige Inhaltsstoffe sind u.a. Eisen, Zink, Vitamine E, K, A, B, Folsäure und Biotin.

Übrigens: Ob ein Huhn weiße oder braune Eier legt, hängt nicht von der Farbe des Gefieders ab, sondern von der Farbe der Ohrscheiben (rote Ohrlappen = braune Eier, weiße Ohrscheiben = weiße Eier).

Anhand des europaweit gültigen Erzeugercodes lassen sich Rückschlüsse auf die Herkunft des Eies und die Haltungsform ziehen. Allerdings reicht ein Blick auf den Eierkarton nicht aus, um sich über die Herkunft der Eier zu informieren. Die Kennnummer der Packstelle gibt lediglich an, wo die Eier verpackt wurden. Deshalb lohnt es sich, den Karton zu öffnen und den auf dem Ei aufgestempelten Erzeugercode näher zu betrachten.

So „knacken“ Sie den Erzeugercode:

Beispiel: 1 - DE - 0812341 

Der Code setzt sich aus drei Zeichenfolgen zusammen. Die erste Zahl stellt die Haltungsform dar, die Buchstabenkombination zeigt das Herkunftsland und die 7-stellige Zahl ist die Legebetriebsnummer mit Stallnummer (letzte Ziffer). 

In Deutschland kann anhand der ersten beiden Ziffern der Legebetriebsnummer auf das Bundesland geschlossen werden (Baden-Württemberg 08). Der Erzeugercode der heimischen Legehühnerhalter ist auf der Website http://www.bvl.bund.de einsehbar.

Somit kann die Herkunft jedes Eies und die Haltungsform der Legehühner  eindeutig festgestellt werden. Leider besteht diese Kennzeichnungspflicht nicht für Lebensmittel, in denen Eier oder Eiprodukte verarbeitet sind.

Eier und Eiprodukte aus dem Ostalbkreis erhalten Sie in den Hofläden der Direktvermarkter oder auf den Bauernmärkten.


Obst und Gemüse

Obst und Gemüse ist reich an wertvollen Nährstoffen, Vitaminen, Mineralstoffen, sekundären Pflanzen- und Ballaststoffen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt die Kampagne 5 am Tag: Essen Sie täglich 3 Portionen Gemüse und 2 Portionen Obst. 1 Portion entspricht der Menge, die in eine Hand passt.

Unser Tipp: Wenn möglich sollte Obst und Gemüse mit der Schale verzehrt werden, da sich die meisten sekundären Pflanzenstoffe und Vitamine direkt unter der Schale befinden. Die Inhaltsstoffe sind abhängig vom Erntezeitpunkt, der Produktion und der Lagerung. Sommergemüse wie Tomaten, Gurken oder Paprika wird im Handel zwar ganzjährig angeboten, hat aber außerhalb der Saison wesentlich weniger Inhaltsstoffe und Aroma. Auch beim Obst bestimmt der richtige Erntezeitpunkt die Qualität. Zwar gibt es nachreifendes Obst wie Äpfel, Birnen, Mirabellen, Pflaumen und Zwetschgen. Wenn allerdings nicht nachreifendes Obst wie Erdbeeren, Himbeeren, Kirschen, Johannisbeeren oder Trauben unreif geerntet werden, leidet Geschmack und Qualität. Kaufen Sie deshalb möglichst frisches und saisonales Obst und Gemüse aus der Region mit kurzen Transportwegen. Anhand des Saisonkalender können Sie sehen, dass es auch im Winter eine große Auswahl an heimischem Obst und Gemüse gibt, die es wieder zu entdecken gilt. Anregungen erhalten Sie auch in den Kochworkshops des Kompetenzzentrums Hauswirtschaft und Erziehung des Landratsamtes www.kompetenzzentrum.ostalbkreis.de.

Bei Obst und Gemüse ist nur die Angabe des EU-Herkunftslandes gesetzlich vorgeschrieben. Orientierung bieten allerdings auch regionale Herkunftszeichen, wie z.B. „Qualitätszeichen Baden-Württemberg“, „Biozeichen Baden Württemberg“ oder „Reichenau Gemüse“. Am besten kaufen Sie frisches, saisonales Obst und Gemüse aus heimischem Anbau in den Hofläden, den Gärtnereien oder auf den Bauernmärkten und Wochenmärkten. Hier erhalten Sie zusätzlich Zubereitungstipps und können direkt nach der Herkunft fragen. Fragen Sie nach Obst von den heimischen Streuobstwiesen und entdecken Sie die große Sortenvielfalt bei Äpfeln und Birnen.